Schuldezernentin "Lukia Blaschowitschka Hesowka"        in "Der Revisor"

Komödie von Nikolaj Gogol



Die Ankündigung sorgt für Wirbel: "Inkognito und in geheimer Mission" soll sich ein Revisor auf dem Weg in die Stadt befinden. Die Bürger einer russischen Kleinstadt sind besorgt, schließlich haben sie alle keine blütenreine Weste - was blüht, ist die Korruption.

 

Chlestakow, eigentlich ein verarmter Beamter, kann sich nicht einmal mehr das Essen im Gasthaus leisten, und der Wirt will ihn bereits hinauswerfen. Aber die Bewohner der Stadt sind sich sicher: dieser Fremde, der erst seit wenigen Tagen in der Stadt weilt, muss der Revisor sein. Anfangs noch überrascht von der großen Gastfreundschaft, lebt sich der verarmte Beamte rasch in seine unverhoffte neue Rolle des hohen Regierungsinspektors ein und zieht aus seiner vermeintlich hohen Position Vorteile, wo es nur geht.

 

Das Stück ist weit entfernt vom russischen Schwermut - es ist lustig, ausgelassen, aber auch immer wieder pointiert und wissend um die Abgründe des menschlichen Charakters. Alle Bürger der Stadt sind – letztlich wie der vermeintliche Revisor - stets nur darauf bedacht, das Beste für sich herauszuschlagen.

 

Nikolai Gogols Stück stammt zwar aus dem vorletzten Jahrhundert, doch es ist auch heute noch so aktuell wie damals: Korruption ist eben ein zeitloses Thema. Es ist eine bitterböse Satire, über die man – wenn auch nicht ganz ohne Schaudern – herzlich lachen kann.

 

Gogol: “Mein ganzes Streben geht dahin, dass jedermann, der mein Werk gelesen hat, nach Herzenslust über den Teufel lachen kann”.

 

Regie: Christine Heinzel


Fotos von Jörn Wittmann und Holger Losekann

Tanzchoreographie Party: Susanne Beier


Pressestimme:

"Mit einer überzeugenden schauspielerischen Leistung gefielen die 15 Akteure der Truppe [...]"

" [...] die Schuldezernentin (Susanne Beier) hat Leichen im Keller [...] "

"Heile Welt, nach Kräften aufrechterhalten, und doch völlig instabil: Das Ensemble versinnbildlicht dies eindrücklich durch die alkoholge-    schwängerte skurrile Tanzchoreographie (Susanne Beier), die im fast akrobatisch anmutenden Kasatschok des Hochstaplers gipfelt: gelungen! Und zudem "der schönste Suff, den ich seit Langem gesehen hab", wie eine Zuschauerin schmunzelte."

Bericht in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 03.05.2013 von Silke Beckmann